Der Fotograf an sich ist ja schon ein witziges Kerlchen. Genau wie in anderen „Kulturen“ gibt es auch hier die verschiedensten Charaktere. Heute möchte ich von einer besonderen Ausprägung schreiben die in dem Umfeld wiederzufinden ist. Die sogenannten Individualisten!
Zu dieser Kategorie zähle ich mich übrigens auch, um das schon mal vorweg zu nehmen.

 

Der Individualist

Dieser Charakter ist bekannt dafür, dass er sich eine meist teure Kamera zulegt die ihm optisch und auch funktional gefällt. Nachdem er dieses Wunderwerk der Technik ein paar Tage sein Eigen nennt und sich die erste Ernüchterung wieder breitgemacht hat, sucht er sich einen neuen Anreiz in Form von optischen Veränderungen seiner neuen „Liebe“. 
Je nach Kameramodell liefert der freie Markt so einiges an Spielereien. Doch will man sich ja nicht gleich den ganzen Body umgestalten oder Gadgets anbringen die zu stark ins Auge fallen. Nein, vielmehr sucht der Individualist sich einen Bereich der Kamera heraus die zu Teilen unauffällig ist, auswechselbar und doch eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet falls auch hier die Gewohnheit wieder einkehren sollte.

So kommt der Individualist nicht umher, sich einen neuen und auf die Kamera auch viel besser zugeschnittenen KAMERAGURT zu kaufen.

 

Der Markt ist groß und bietet die verschiedensten Lösungen an. Neben Material und Farbe kommt auch noch die Befestigung, die Verstell Möglichkeiten und das eigene Emblem ins Spiel. Wie ich eingangs schon schrieb, sehe ich mich genau in diesem beschriebenen Charaktertyp wieder. Ich weiß nicht warum die Kamerahersteller jede technische Raffinesse entwickelt bekommen, dann aber an dem Kameragurt gefühlt wieder sparen. Ok, nicht jeder nutzt einen Kameragurt und auch ich habe zeitweise keinen an meiner Kamera. Geschweige denn, dass ich die Kamera mir um den Hals hänge und wenn dann nur aus Gag um als Touri gesehen zu werden. Doch mehr als oft hängt die Kamera über meiner Schulter und auch beim täglichen Mitnehmen fühlt es sich einfach besser an wenn die Kamera mit Gurt versehen ist. 
Über die Jahre hat sich in Sachen Gurt bei mir dann der Anspruch gesteigert. Wollte ich zu Beginn noch einen tollen aber auffälligen Kameragurt haben, bei dem mir das Material schnuppe war, so bin ich nun komplett auf Leder umgestiegen. Möglicherweise haben meine Kamerataschen dazu beigetragen doch mal hier und da ein wenig Geld auch in den Gurt zu stecken. Immerhin ist es ein Zusatz, der die Kamera begleitet und ins Auge fällt, egal ob ich sie benutze oder nur mit mir mitführe.

Das Gurt nicht gleich Gurt ist habe ich auch merken müssen. Auch preislich höhere Gurte halten nicht immer das was sie versprechen. 

>>Kurzes Abschweifen zum Thema Preis:
Lassen wir die Kirche im Dorf.
Es ist immer noch ein „Gurt“ und dafür muss man nun nicht
auch mehrere hundert Euro ausgeben. Auch ich sehe das ein. Abschweifen Ende <<

Ebenso passt nicht jeder Gurt zu jeder Kamera. Da ich mit Fuji arbeite sind auch nicht die breiten Modelle immer ratsam. An meiner X100T habe ich daher nun einen eher dünneren Gurt, wobei die XT1 auch „gerade noch so“ einen breiteren optisch verkraftet. Im Folgenden habe ich mal meine Kameragurte dargestellt, die ich aktuell noch in meinem Bestand habe und jeweils meine Erfahrung und Meinung dazu.

 

Die Leica Version – Artis&Artisan 

Bei meinen damaligen Recherchen zu dem Fuji X System und den spiegellosen Kameras allgemein stieß ich immer wieder auf diesen Gurt der Firma Artisan&Artist. So scheint er besonders bei Leica – Liebhabern Gefallen zu finden. Preislich schon für einige über dem Budget, aber gerade beim Umstieg auf ein neues System war mir das es locker wert. 

Der Gurt ist von der Haptik schön weich und doch sehr stabil. Man hat nicht das Gefühl hier wird was faserig oder reißt nach einigen Monaten Benutzung durch. Besonders gut gefallen mir zwei Dinge. 

  1. Bei der Befestigung des Gurtes an der Kamera bietet der Gurt schon die entsprechende Polsterung mit um die Kamera nicht mit den „Schlüsselringen“ zu zerkratzen. 
  2. Das Verstellen der Größe des Gurtes ist ziemlich einfach und lässt sich ähnlich eines Rucksackes „ziehen“. Das gefällt mir besonders, da man den Gurt je nach Kleidung auch mal enger oder weiter stellen kann.

Motivgurt – Hersteller/Shop unbekannt

Nachdem ich den Artisan&Artist in Schwarz besaß, gefiel mir ein breiter Gurt dann doch mehr und ich wollte einen Hingucker haben. Daher fand ich nach einigen Suchen einen entsprechenden Gurt mit „Faces – Motiv“. Leider weiß ich den Shop nicht mehr, aber preislich lag er um die 25 – 30€. 

Von der Verarbeitung kann ich nichts gegen das Model sagen. An meiner XT1 war er der erwartetet Hingucker und hielt auch die verschiedensten Shootings stand. Doch eines hatte ich natürlich nicht bedacht. Er war weiß! Die Betonung liegt nun auf „war“. Denn die Benutzung konnte man am Gurt recht schnell, recht gut sehen. Was mir bei einem Ledergurt noch gut gefällt, war bei diesem Gurt eher ein Manko. Klar, waschen ging auch, aber wollte ich ja nicht immer meinen Kameragurt in die Waschmaschine stecken. Damit verbrachte dieser, bis heute mir immer noch optisch gut gefallender, Gurt die nächsten Monate im Schrank.

Der Selbstgemachte – Etsy Shop

Nachdem ich nun schmerzlich festgestellt hatte, dass es doch wieder ein eher dunklerer Gurt werden musste, entschied ich mich nun endlich mal für Leder. Doch sollte er etwas Besonderes sein, nicht das was jeder haben konnte. Hier wieder der Bezug zum „Individualisten“- Charakter. Möchte man also Leder und individuell, landet man wohl oder übel gern mal bei Etsy. Dies ist ein Portal für selfmade Produkte die darüber bezogen werden können. 
Ich bestellte mir also diesen Gurt und mein Nickname sollte auf dem Gurt zu sehen sein. Als ich ihn geliefert bekam war ich auch anfangs recht begeistert. Das angebrachte Emblem gefiel mir und auch von der Farbe und Breite war alles top. Jedoch fiel der Gurt in Sachen Qualität immer mehr in meiner Beurteilung durch. Von „Leder“ …. also echtem Leder, hatte ich mir besseres erwartet. Ich glaube bis heute noch nicht, dass dies wie versprochen, echtes Leder sei. Der Gurt war relativ steif und selbst nach einigen intensiveren Benutzungen stellte sich dies nicht ein. So leid es mir also tat, wanderte auch dieser Gurt in den Schrank. Verkaufen bringt nix. Behalten möchte ich ihn weiterhin.

Der Schmale – Amazon

Für meine X100T wollte ich einen dünnen Gurt einsetzen. Da ich bei meiner „Immer dabei“ aber erst mal schauen wollte, ob ich Gurt oder Handschlaufe verwenden möchte, kaufte ich kurzerhand einen „Ledergurt“ bei Amazon. Geliefert, erster Eindruck ok, angebracht und….was soll ich sagen? Seither an meiner X100T und bisweilen keine Ambitionen ihn zu wechseln. Er nutzt sich leicht ab aber vermittelt einen angenehmen „Vintage – Look“. Passend zu der X100T in Silber. Die Größe ist nicht verstellbar war mir aber keine Probleme bereitet, da ich ihn mit der Größe gut umhängen kann und die X100T auch nicht zu tief baumelt. Klare Kaufempfehlung meinerseits und auch in weiteren Farben zu erwerben.

Der „momentan“ für mich Beste – Compagnon

Wie ich schon hier und da erwähnt habe, nutze ich ja die Kamerataschen von den Jungs von Compagnon. Dazu folgt in den nächsten Wochen auch noch mein Review welches ich für die Website <<>> geschrieben hatte. Diese Firma stellt aber nicht nur rein Taschen her, sondern hat auch Ihr Repertoire erweitert und unter anderem findet man auch 2 verschiedene Gurt – Modelle. Eine schmalere Version und die hier gezeigte, breite Version. Da ich die Taschen liebe, war es für mich nach meiner Odyssee an Kameragurten irgendwann schon klar, dass ich mir einen der Versionen gönnen würde. Da dies mein teuerster Kameragurt sein würde hatte mich anfangs immer davon abgehalten. Immerhin kostet die breite Version glatte 109€. Sagte ich schon etwas über die berühmte Kirche im Dorf? Aber hat man eine tolle Familie hilft diese einem gern über solche Gewissensbisse hinweg und schenkt einen Gutschein von Compagnon. Dann tut das Portemonnaie nicht mehr ganz so weh und ich habe mir den Gurt gegönnt.

Um es wirklich kurz zu fassen: Qualität TOP, Tragekomfort TOP, Ledergefühl was ich beim selfmade Produkt vermisste ist definitiv TOP. Wie bei den Taschen auch, wird das Leder von Mal zu Mal besser. 

Ihr seht, einen guten Kameragurt findet man nicht leicht. Ob der Compagnon Gurt die nächsten Jahre mein Begleiter bleiben wird, weiß ich auch nicht. Zurzeit aber ist für mich die Reise zum perfekten Gurt vorerst beendet. Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich gern die „Lederpuffer“ vom Artisan&Artist Model auch am Compagnon haben. 

 

Kleine, weitere Optimierung

Da ich gern meine Kamera im Koffer zu Hause lagere, habe ich nach einer schnellen an/ab – Lösung gesucht um den Gurt im Koffer abzuschnallen und bei Benutzung der Kamera auch wieder schnell anzubringen. Hier gibt es ebenfalls Lösungen auf dem Markt wie Peak Design. Auch dies habe ich zeitweise in Benutzung gehabt. Was mich nur störte war, dass bei angebrachtem Gurt die Plastik – Adapter am Gehäuse klapperten und ich auch die Kamera streckenweise nicht gut greifen konnte. 

Seit kurzem habe ich nun einfach den Gurt an zwei Karabiner angebracht die ich mal eben schnell an die Kamera schnallen und wieder lösen kann. Ich suche noch eine passende Lösung für die „Lederpuffer“ aber auch da werde ich noch was finden.

Optische Erweiterung X100T

Auch die X100T, bei der ich seit Monaten schon mit dem Gurt zufrieden bin, hat noch eine Verschönerung erhalten. Neben dem Ledergurt habe ich auch ein Leder Half Case angebracht. Zum größten Teil ist dies nur eine optische Erweiterung. Doch auch zwei praktische Vorteile bietet diese Hülle. Man hat ein wenig mehr Griff an der X100T und das Gewinde für ein Stativ befindet sich nun wieder mittig zur Kameraachse.

Was nutzt ihr noch an optischen und auch praktischen Erweiterungen an eurer Kamera? Was waren möglicherweise auch Fehlkäufe? Schreibt mir dies gern in die Kommentare. Auch ich hoffe so von möglichen Fehlentscheidungen verschont zu bleiben.

 

Amazon Links zu den beschriebenen Gurten (Klick aufs Bild und ihr kommt direkt zum Shop)

Die Leica Version – Artisan&Artist

 

Der Schmale

 

Leder Half Case Fujifilm X100T

 

 

 

One thought on “Der Individualist -oder auch: Wie ich meine Kamera verschöner

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